Adoption

Durch eine Adoption wird rechtlich ein Eltern-Kind-Verhältnis begründet, das nicht auf leiblicher Abstammung beruht. Grundsätzlich ist die Adoption Minderjähriger und die Adoption Volljähriger zu unterscheiden. Die rechtlichen Voraussetzungen und Wirkungen sowie die Aufhebung einer Annahme als Kind sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Die Adoption eines Minderjährigen ist nur zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht. Den Ausspruch der Adoption kann das Vormundschaftsgericht zudem davon abhängig machen, ob Adoptionsbewerber an einer sitten- oder gesetzeswidrigen Adoptionsvermittlung mitgewirkt haben (§ 1741 Abs. 1 BGB).

Welche Kinder können adoptiert werden?

Kinder verschiedenen Alters und unterschiedlicher Nationalität, die wegen einer persönlichen oder sozialen Notlage nicht bei ihrer Familie aufwachsen können, werden zur Adoption vermittelt, sofern deren leibliche Eltern einer Adoption zugestimmt haben. In besonderen Fällen kann die Einwilligung der Eltern durch das Familiengericht ersetzt werden. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn absehbar ist, dass die Kinder nicht wieder in ihre Herkunftsfamilie zurückkehren können. Sehr selten werden Waisenkinder zur Adoption gemeldet. Diese werden meistens von Verwandten aufgenommen. Säuglinge werden von der Adoptionsvermittlungsstelle häufig unmittelbar aus der Geburtsklinik zu Adoptiveltern vermittelt, sofern die leiblichen Eltern das Kind zur Adoption freigegeben haben. Da sich die meisten Adoptionsbewerber und -bewerberinnen um die Vermittlung eines Säuglings bemühen, stehen in der Regel mehr mögliche Adoptiveltern zur Verfügung als zur Vermittlung gemeldete Babys.

Wer kann adoptieren?

Ein Kind annehmen können Sie

  • als Ehepaare nur gemeinsam. Ein Ehepartner bzw. eine Ehepartnerin muss das 25. Lebensjahr, der bzw. die andere das 21. Lebensjahr vollendet haben.
  • als Alleinstehende, wenn sie mindestens 25 Jahre alt sind.

Der Altersunterschied zwischen den Adoptiveltern und den Adoptivkindern soll dem natürlichen ElternKind-Altersverhältnis entsprechenFalls Kinder aus einer bestehenden Ehe oder Kinder aus früheren Ehen vorhanden sind (auch Adoptivkinder), muss eine gegenseitige Interessengefährdung durch die Annahme eines Adoptivkindes ausgeschlossen werden. Sie sollten über die erforderliche persönliche Reife, aber auch über ein gesichertes Einkommen sowie über ausreichend Wohnraum verfügen. Je nach Bedürfnis und Problemlage des Kindes
kann es notwendig werden, dass Sie ihre berufliche Tätigkeit vorübergehend aussetzen oder aber den Beruf auf flexibler Zeitarbeitsbasis neu gestalten. Planen Sie ausreichend Zeit ein, sich dem Kind zu widmen. Die Regelungen des Elterngeld/Elternzeit gelten auch für Adoptiveltern. Eine häufige Art der Adoption ist die Stiefkindadoption. Der Ehepartner oder die Ehepartnerin adoptiert das leibliche Kind seiner Partnerin oder seines Partners. Diese Form der Adoption eines leiblichen Kindes
ist auch in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft
möglich. Vorausgesetzt werden eine gewachsene
Familienstruktur mit emotionalen Bindungen, sowie
die Erfüllung der rechtlichen Vorgaben.